Reinheimer Jusos

Seit einem Jahr gibt es in Reinheim wieder einen Jugendverband der SPD: Die Jusos Reinheim. Zeit für eine Bilanz und einen kleinen Ausblick.

 

Pünktlich zum einjährigen Bestehen fand eine Mitgliederversammlung (digital) mit Vorstandswahlen statt. Hierbei wurden viele Gesichter des alten Vorstands in ihrem Amt bestätigt, gleichzeitig stießen jedoch auch neue Mitglieder hinzu. Bestätigt wurden die beiden Vorsitzenden Maria Arinichev und Nick Kutzer. Beide freuten sich sehr über das entgegengebrachte Vertrauen. „Das ist nicht nur eine Bestätigung für unserer bisherige Arbeit, sondern auch Vertrauen in uns, die Jusos Reinheim in die Kommunalwahl am 14. März 2021 zu führen“, so die Vorsitzende Maria Arinichev. Auch Kassierer Max Heizmann, sowie die Beisitzer Eva Marie Fischer, Eray Can Korkmaz und Jakob Knodt wurden wieder gewählt. Neu im Vorstand sind die Beisitzer Lukas Rück und Ibrahim Yildrim. Beide haben bereits in der Vergangenheit aktiv mitgearbeitet. Geleitet wurde die Sitzung von Tanja Lippert, die seit 2019 nach einem Umzug von Groß Bieberau nach Reinheim, in der SPD hier vor Ort aktiv ist.

 

„Wir sind sehr glücklich mit dieser Mischung aus erfahrenen und neuen, engagierten Vorstandsmitgliedern“, sagte der Vorsitzende Nick Kutzer. „Gerade dadurch, dass einige der Vorstandsmitglieder bereits seit langer Zeit im Ortsverein aktiv sind, besteht eine gute Vernetzung innerhalb der SPD Reinheim. Das ist für die Arbeit von uns Jusos wichtig“, fügte Max Heizmann an, der durch sein Amt als Kassierer ebenfalls dem geschäftsführenden Vorstand angehört.

 

Außer der Vorstandswahl spielten auf der Mitgliederversammlung auch kommende und vergangene Aktivitäten der Jusos Reinheim eine Rolle. Seit der Gründung im letzten Jahr waren die Jusos nicht nur bei verschiedenen Veranstaltungen der SPD Reinheim präsent, sondern stießen auch selbst die verschiedensten Aktionen an. So wurde unter anderem ein Stammtisch organisiert, bei dem die Jusos Interessierten über ihre Arbeit berichteten. Diese eigentlich als Reihe geplante Veranstaltung wurde schließlich durch die Corona-Pandemie unterbrochen.

 

Um die Reinheimerinnen und Reinheimer in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, wurde eine Einkaufshilfe für Risikogruppen ins Leben gerufen. Der aufgrund von steigenden Infektionszahlen immer noch aktive Dienst wird mittlerweile zentral über die Jusos Darmstadt-Dieburg organisiert. Als es dann auch eine vom Roten Kreuz organisierte zentrale Reinheimer Einkaufshilfe gab, war es für die Mitglieder der Jusos in Reinheim selbstverständlich, sich an dieser zu beteiligen. „Uns ist es sehr wichtig in diesen Zeiten gelebte Solidarität mit den Mitmenschen zu zeigen und damit auch andere dazu zu animieren“, so Nick Kutzer.

 

Zu Beginn des neuen Jahres wird es einen Erstwählerstammtisch (je nach Situation auch digital) für die Jugendlichen in Reinheim geben. Thematisch soll es vor allem um die Kommunalwahl im März gehen. Das Ziel der Jusos ist es, hierbei die kommunalen politischen Strukturen möglichst transparent vorzustellen. Warum ist es wichtig, wählen zu gehen? Welche Funktionen haben die einzelnen Gremien in der Kommunalpolitik? Diese Fragen können dabei geklärt werden.

Diese und weitere Aktionen werden über dir Social-Media-Kanäle der Jusos veröffentlicht.

 

Erwähnenswert sind außerdem die vielen Neueintritte in den vergangenen Monaten. Seit September konnten sechs Neumitglieder in der SPD begrüßt werden, davon fünf Jusos. Nicht nur bei der parteiinternen Mitgliederversammlung, sondern auch beim Stolpersteine putzen waren sie vertreten. „Es ist schön, dass die Jusos und die SPD vielen jungen Menschen in Reinheim eine politische Heimat bieten können“, freut sich die OV-Vorsitzende Petra Kutzer.


Auch in diesem Jahr: Reinheimer Jusos beteiligten sich an der Stolperstein-Aktion

Ein jüdisches Sprichwort sagt: „Der Mensch ist erst dann wirklich tot, wenn sein Name vergessen ist.“

 

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 waren in der „Reichspogromnacht“ überall im Deutschen Reich gezielte Gewaltaktionen gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Diese Nacht markierte den Übergang von der seit 1933 systematischen Diskriminierung jüdischer Menschen in Deutschland hin zur staatlichen Verfolgung und Ermordung während der Schoah (Holocaust).

 

Um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, wurden Stolpersteine mit Namen, sowie Geburts- und Ermordungsdatum verlegt. In Reinheim gibt es an drei Stellen insgesamt sieben Stolpersteine, die an die ermordeten Menschen jüdischen Glaubens erinnern.

 

Gegen das Vergessen und zugleich als Zeichen gegen Antisemitismus in der Gesellschaft, haben die Reinheimer Jusos am Montag (09.) die Stolpersteine in Reinheim gesäubert. Außerdem wurden für jedes Mitglied der drei jüdischen Familien weiße Rosen hinterlegt. Diese sollen an die Ermordung von Nachbarn, Freunden und Mitmenschen jüdischen Glaubens erinnern.

 

Nicht zu vergessen sind aber auch die weiteren Bürger unserer Stadt, die der Schoah zum Opfer fielen. Insgesamt wurden 36 Menschen aus Reinheim vom nationalsozialistischen Staat ermordet. Wie schon der Schoah-Überlebende Max Mannheimer sagte: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber, dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

 

Die Reinheimer Jusos haben sich seit ihrer Neugründung im Oktober 2019 zum zweiten Mal an der Stolperstein-Aktion beteiligt. Die diesjährige Aktion war ein wenig anders, als im letzten Jahr. Aufgrund der Corona-Pandemie waren nur jeweils zwei Jusos gemeinsam an den Stolpersteinen, geputzt wurde mit Maske und Abstand.